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  • AutorenbildTravis, Anja & Mel Schwendemann & Schönbächler

Tag 140, 03.10.23

Eis und Schnee


Mel:

Es ist sehr ruhig als ich aufwache. Mein Blick fällt zuerst nach oben Richtung Zeltdach. Was ist denn da los? Es ist gefleckt und etwas nach unten gedrückt. Nach einem schnellen Griff nach oben, den ich danach schnell bereue (weil man das nicht soll, weil dann die Feuchtigkeit ins Zelt kommt), stelle ich fest, dass es Schnee ist, welcher auf dem Zelt liegt. Schnell ziehe ich mich an und gehe nach draussen. Ich befreie das Zelt von sämlichem Schnee. Der Blick danach in die Umgebung lässt mich staunen, es wirkt fast, als ob wir in einer anderen Welt wären.

Beim Packen unserer Habseligkeiten wird erneut klar, das diese Temperaturen für Anja nicht mehr gehen. Ich versuche sie so gut es geht vor der Kälte zu schützen, doch dies gelingt mir nicht so, wie ich es gerne hätte. Die Frage stellt sich also, wie kann es noch weiter gehen? Zum Glück werden wie heute wie auch morgen nochmal ein Dach über dem Kopf haben. Dies bedeutet etwas Wärme in der Nacht und so müssen wir auch nicht kalt in den Tag starten. Doch dann...? Eine Frage, die sich auch heute nicht vollständig klären lassen wird.


Mit kalten Händen und Füssen starten wir in den Tag. In meinen Kopf kommt immer wieder der Countdown hervor. 6. 6 Tage noch und dann haben wir es geschafft. Noch 6 Tage laufen. Ich motiviere mich mit diesem Mantra und laufe von Pause zu Pause. Die gut 27 Kilometer werde ich auch heute schaffen. Ein Motivationsschub ist heute natürlich auch die Aussicht auf eine Dusche und ein Essen, das kein Real Turmat Fertigmenü ist.

Um die Mittagszeit treffen wir auf einen Velofahrer, der uns entgegenkommt. Irgendwie erkennt man die Fernreisenden immer. Woran, weiss ich nicht, den Billy hat zur Abwechslung kein grosses Gepäck, daran kann es also nicht liegen. Anja schaut mich an, denn ich komme etwas später dazu, und meint: "Der Mann kommt gerade von Indien hierher!" Schnell kommen wir ins Gespräch. Spontan entscheiden wir die Pause, die sowieso gerade ansteht, als vorgezogene Mittagspause zu gestalten und mit dem Mann, der sich später als Billy vorstellt, zu sprechen.


Wahnsinnig was er leistet und doch ist er dabei so bescheiden. Seit Jahren schon ist dieser Mann auf Reisen. Angefangen hat er mal zu Fuss wie wir. Dann ist er aufs Fahrrad gewechselt, da es anscheinend einfacher ist und er natürlich besser voran kommt. Seither ist er von seiner Heimat, den USA, aus durch die gesamte Welt geradelt. Nun ist er über Europa auf der Heimreise. Sein nächstes Ziel ist England, da dort ein Anbieter für ein spezielles Boot ist, das es ihm möglich machen würde, über den Ozean zu rudern. Ja rudern!!! Er weiss allerdings noch nicht, ob das so klappen wird, denn zuerst muss er mit dem Hersteller sprechen. Dieses Projekt würde ihn Jahre kosten. Billy hat schon viel erlebt, denn überall wo er ist, fragt er, ob jemand Hilfe benötigt. So hat er schon geholfen Meilen an Zaun aufzustellen, eine Rutsche für das Enkelkind eines Mannes zu bauen, etc.

Ein faszinierender Mann, der für unser Abenteuer die grösste Achtung hat, obwohl wir im Gegensatz zu ihm gerade mal einen Katzensprung gemacht haben.

Die restliche Strecke laufen wir dann getrieben von unserem Wunsch nach Wärme. In Skaidi angekommen, beziehen wir dann das Appartment im Motel und hängen erst einmal alles zum Trocknen auf. Nach der wohlverdienten Dusche gibt es dann Burger im Restaurant und zur Abwechslung mal für mich (und nicht Anja) ein Eis zum Dessert. Beim Abendessen diskutieren wir auch die weiteren Tage, was die Möglichkeiten für uns sind und welche Wettervoraussage angesagt sind. Entscheide fallen an diesem Abend aber keine

Ich bin vom Tag so müde, dass ich bereits kurz nach 19.00 einschlafe.


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