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  • AutorenbildTravis, Anja & Mel Schwendemann & Schönbächler

Tag 88, 12.08.23

Bruuno


Mel:

Der Wecker klingelt um 06.00 Uhr aber so richtig aufstehen wollen wir beide nicht. Es war uns in der Nacht zu warm, weshalb wir nicht gut geschlafen haben. Das war wohl ein Holzscheit zu viel gestern Abend.

Da wir heute wieder einiges vorhaben, bleibt uns jedoch nichts anderes übrig als aufzustehen.


Nach dem Frühstück, Rucksack packen und kurz Wischen, verabschieden wir uns von Lars. Er geht zwar den selben Weg wie wir, wird die Strecke bis zur Gressvasshytta, die wir morgen besuchen werden, in drei Tagen machen. Er hat noch soviel Zeit, bis er wieder abreist, dass er nicht mehr als 20 Kilometer laufen möchte. Daher startet er sicher nicht vor 09.00 Uhr.


Wir hingegen laufen kurz nach 08.00 Uhr los. Der Weg heute hat drei Abschnitte, erst 12 Kilometer übers Fjell, dann 6 Kilometer Forststrasse gefolgt von weiteren 6 Kilometern Fjell. Dies mögen wir sehr gern, denn so ist das Laufen sehr kurzweilig. Während es im ersten Abschnitt wenig jedoch stetig ansteigt, wird es im letzten Teil steil hochgehen. Die Höhenlinien auf der Karte lassen vermuten, das wir sogar am Ende des Tages einen kleinen Berg besteigen.


Wie gestern, ist die Landschaft auch heute sanft hügelig und strahlt einen unglaubliche Ruhe aus. Ich geniesse beim Gehen den weiten Blick und kann mich nicht an der Natur sattsehen.

Plötzlich sind wir nicht mehr alleine, den eine kleinere Rentierherde treibt sich in der nähe des Wanderweges herum. Die Herde zeigt sich wenig von uns beeindruckt, daher kommen sie fast auf uns zugerannt, bevor sie dann doch das Weite suchen. Das gesamte Schauspiel bestaunen Anja und ich schweigend und tief beeindruckt. Diese schönen Tiere werden uns wohl nie langweilen.

Umso mehr sind wir fasziniert, als nur wenige Schritte weiter ein stattlicher Bulle auftaucht. Er läuft parallel zum Wanderweg, in etwa 30 Metern Entfernung. Immer wieder bleibt er stehen und schaut uns an, als wollte er sagen: „Ja, ich werde euch jetzt ein Stück begleiten und euch meinen Schutz geben.“

Ich erwarte trotzdem, dass er bald einen Bogen schlagen wird und weggeht. Aber nein, er bleibt, er kommt sogar etwas näher. Erst, als ich tatsächlich anfange zu denken, dass er mitkommt, geht er einen Hügelkamm entlang und entfernt sich. Ich sehe ihm noch eine zeitlang nach und entschliesse mich, ihm einen Namen zu geben. Er ist Bruuno, das Rentier. Vielleicht war Bruuno ja tatsächlich da um uns Kraft zu geben (Es gibt ja auch das Krafttier Hirsch. Wer sagt, dass es nicht auch ein Rentier sein kann?).

Wie wir es bereits kennen, ist der Abstieg aus dem Fjell meist etwas, was sich ziehen kann. So auch hier bei den letzten Kilometern des ersten Abschnittes. Erneut nehmen die sumpfigen Weganteile zu und lassen uns nur langsam vorankommen. Auf der Strasse angelangt, ist es auch schon Zeit für eine Mittagsrast.

Es scheint wie verhext, bereits mehrmals haben wir erlebt, dass es genau dann anfängt zu regnen, wenn wir eine Pause machen wollen. So auch heute, zwar nur wenig, aber es regnet. Daher ist die Pause auch nicht von langer Dauer.


Die Strassenkilometer sind schnell abgehakt und der Abzweiger ins nächste Fjell sichtbar. Doch dann stellen wir fest, dass wir doch tatsächlich mal wieder Empfang haben. Dieser ist hier nämlich praktisch nirgends vorhanden. Das ist übrigens auch der Grund, wenn du mal ein paar Tage keine neuen Einträge siehst. Schnell sehen wir die verpassten Nachrichten an und antworten punktuell. Dann müssen wir weiter, denn wir wissen nicht wie lange wir für die ausstehenden Kilometer brauchen.

Erstaunlich, wie gut es hier den Berg hoch geht. Trotzdem, dass es wirklich steil ist, kommen wir gut voran und haben schnell an Höhe gewonnen. Natürlich muss es dann anfangen zu regnen. Der feine Nieselregen hat schnell unsere Hosen nass gemacht und  lässt die Regenjacke tropfen.

Sobald der Anstieg geschafft ist, sehen wir die Seen, an denen wir das Zelt für die heutige Nacht aufstellen wollen.

Das Tal ist sehr malerisch gelegen, inmitten gefurchter Bergflanken. Ich habe versucht, dass für euch festzuhalten:

Bald erreichen wir den angezielten Platz, der dann auch einen optimalen Zeltplatz für uns bereit hält. Er ist soweit gerade, verwandelt sich auch bei Regen nicht in einen Sumpf und eine gute Wasserquelle ist in der Nähe. Ob Bruuno uns hier wohl besuchen wird?


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