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  • AutorenbildTravis, Anja & Mel Schwendemann & Schönbächler

Tag 87, 11.08.23

Auf dem Nordlandsleden

Anja:

Eine der häufigsten Fragen beim Fernwandern ist: „Wieviel wiegt dein Rucksack?“ Auch wenn es nicht DAS Gewicht gibt (je nach Essensvorrat kann das Gewicht enorm schwanken), so ist es doch interessant, eine ungefähre Ahnung davon zu haben, wieviel der gesammelte Hausrat in etwa wiegt. Schliesslich schleppen wir diesen seit fast 3 Monaten durch halb Norwegen… Daher fragt Mel beim Abschied bei unseren freundlichen Gastgebern nach, ob wir uns evtl. kurz auf die Waage stellen dürften. Die beiden nehmen unseren Wunsch lachend zur Kenntnis. Kurzum wird die Personenwaage auf die Veranda gestellt und wir wiegen uns einmal mit und einmal ohne Rucksack. Die Waage ist nicht sehr präzise und das Resultat muss daher mit Vorsicht genossen werden. Was wir sehen ist höchst erfreulich: Mels Rucksack wiegt ca. 14 kg, meiner um die 12 kg. Und das mit Verpflegung für 4 Tage! Das ist ein hervorragendes Gewicht. Rucksack mit Bikini-Figur sozusagen ;-). Viele der Langstreckenläufer, die wir bis anhin getroffen haben, wuchten 20 kg und mehr durch die Gegend. Hier zeigen sich nun klar die Vorteile einer gemeinsam genutzten Ausrüstung (Zelt, Kochutensilien, 1. Hilfe-Set etc.).


Vor lauter Aufregung über das Wiegen vergesse ich doch tatsächlich, unseren GPS-Sender einzuschalten. Erst als wir die Regenjacken anziehen müssen, weil der Himmel mal wieder seine Schleusen öffnet, fällt mir der schwarze Bildschirm auf. Daher fehlen einige Hundert Meter zu Beginn der heutigen Etappe. Diese verläuft von Anfang an auf dem Nordlandsleden, auch Nordlandruta genannt. Der gesamte Weg hat eine Länge von rund 650 km und ist bestens markiert. Wir werden ihm über mehrere Tage, bzw. sogar Wochen, folgen können. Das freut uns ungemein. Markierte Trails, die nicht dauernd irgendwo im Sumpf verlaufen, machen das Wandern deutlich angenehmer.

Der heutige Abschnitt führt zunächst bergan in einem Wald. Bald haben wir die Baumgrenze erreicht und bewegen uns nun in einer lieblichen, grünen Fjelllandschaft. Auch wenn das Wetter nicht ganz unseren Wunschvorstellungen entspricht, ist die Landschaft wunderschön. Mel hält das Ganze fotografisch fest:

Bei mir ist es heute etwas schwieriger mit Fotos. Da meine Hände schnell sehr kalt werden (und in Folge ewig nicht mehr warm), habe ich mir über meine normalen Handschuhe noch Gummihandschuhe gezogen als Regenschutz. Das sieht zwar aus, als ob ich einen ausgeprägten Putzfimmel hätte und hinter den Rentieren her putzen wollte, hält meine Hände aber trocken und warm. Ziel erreicht!


Gegen Mittag erreichen wir eine leerstehende Sami-Hütte, in der wir unsere Pause verbringen. So kommen wir für eine halbe Stunde raus aus Wind und Regen.

Anschliessend geht es weiter durch das traumhaft schöne Fjell. Zwischenzeitlich flaut der Wind etwas ab und die Sonne drückt fast durch die Wolken. Wir beobachten Rentiere und freuen uns über die Gesellschaft. Gegen das Tagesende hin steigen wir ab zum See Krutvatnet. An dessen Ufer liegt unser heutiges Ziel, die kleine, gemütliche Statskog-Hütte Krutvasshytta.

Wir teilen uns diese mit Lars, einem sympathischen Kölner, der den E1 von Sizilien bis ans Nordkap wandert. Dies allerdings nicht am Stück, sondern in mehreren über die Jahre verteilten Etappen. Wir verbringen einen gemütlichen Hüttenabend unter Gleichgesinnten. Während unsere Schuhe und Socken über dem Ofen trocknen, geniessen wir das typische Abendessen, bestehend aus Real Turmat und Schokolade. Es geht nichts über gesunde Ernährung auf so einer Tour…


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Aug 15, 2023
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Solange Kakaobohnen auf Bäumen wachsen ist Schokolade Obst 😂

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