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  • AutorenbildTravis, Anja & Mel Schwendemann & Schönbächler

Tag 51, 06.07.23

Der längste Tag


Anja:

Mit rund 32 km steht heute unsere bislang längste Etappe an. Daher sind wir dankbar, dass sich die Gastgeber in Breisjøseter dazu bereiterklärt haben, uns bereits um 08.00 Uhr Frühstück zu servieren. Normalerweise geht vor 08.30 Uhr nichts. Und so stehen wir um 07.55 Uhr vor der verschlossenen Tür zum Speisesaal. Das kennen wir bereits vom Abendessen gestern: die Tür ist verriegelt und wird erst auf die Minute genau geöffnet. Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk. Ebenfalls wie gestern steht ein ganzes Buffet für uns zwei einzigen Gäste bereit. Wir freuen uns über die Auswahl und greifen gerne zu.


Und dann machen wir uns auf den Weg. Dieser führt uns zunächst auf halber Höhe einem Berg entlang. Wir geniessen die fantastischen Ausblicke und freuen uns über das noch trockene Wetter. Gemäss Prognose sollte es bereits regnen.


Sobald wir das erste mal Empfang haben, zücke ich mein Handy. Wir haben nämlich ein Projekt: befreie das Versorgungspaket aus den Klauen des norwegischen Zolls! Unser erstes Versorgungspaket, welches seit dem 20. Juni unterwegs ist, hängt seit geraumer Zeit am Zoll fest. Und so langsam drängt die Zeit. Wir werden Anfang nächster Woche in Røros sein. Da wäre es echt blöd, wenn unser Paket mit neuen Schuhen, Kontaktlinsen, Medikamenten etc. nicht abholbereit wäre.


Also rufe ich zuerst Martin, unseren Paketversender, an. Ich habe nämlich keinen Schimmer, wie wir am besten vorgehen sollen (und zudem möchte ich einfach Martin's schöne Stimme hören). Er empfiehlt mir, den offiziellen Empfänger, das Tourismusbüro in Røros, anzurufen. Wahrscheinlich seien diese auf irgendeine Art und Weise kontaktiert worden. Also geht mein zweiter Anruf nach Røros. Die nette Dame bestätigt dann auch sogleich, dass sie eine Mail erhalten hätten. Das Paket hänge am Zoll fest... Aha... Ob sie mir die Mail weiterleiten solle? Hm ja, sehr gern! Ich bedanke mich für die Hilfe und frage mich gleichzeitig, wieso sie die Mail nicht bei Erhalt an uns weitergeleitet haben. Nun ja... Muss ich vielleicht nicht verstehen.


Da sie fürs Weiterleiten ein wenig Zeit braucht, gehen Mel und ich mal weiter. Gerade als wir den Wanderweg verlassen und auf eine befestigte Strasse kommen, setzt der Regen ein. Eigentlich schade, wir wollten hier irgendwo Mittagspause machen. So suchen wir uns dann einen halbwegs geschützten Platz und genehmigen uns wenigstens eine kurze Rast.


Anschliessend geht's im Regen weiter. Zwischendurch checken wir die Mails. Und siehe da: Post aus Røros. Die Mitarbeiterin des Tourimusbüros war so freundlich, den norwegischen Text für uns ins Englische zu übersetzen. Der Zoll möchte eine Pro-forma-Rechnung und unsere "national identity number". Echt jetzt? Was will denn der Zoll mit unserer AHV-Nr.?? Ich rufe erneut Martin und dann das norwegische Zollamt an. Nachdem ich der Mitarbeiterin unsere Sendungsnummer genannt habe, sagt sie zu meinem Erstaunen, der Zoll hätte kein Problem mit unserer Sendung. Ich müsse die Post anrufen. Denn "custom" sei nicht das gleiche wie "custom clearance". Phuu, komplizierte Welt! Also kann ich jetzt auch gleich noch die Post anrufen wenn ich schon dabei bin. Nur zur Erinnerung: Mel und ich stehen in einem Waldstück mitten im Nirgendwo während der Regen vom Himmel fällt... Das Telefonat mit der Post beginnt erwartungsgemäss in einer Warteschleife. Erstaunlich schnell habe ich eine Mitarbeiterin am Apparat. Und nach nur einmal weiterverbinden, spreche ich mit einer Person, die mein Anliegen auf Anhieb versteht. Bingo! Sie sagt, ich solle kurz am Apparat bleiben. Sie werde die Situation der internen Zollstelle erklären und diese bitten, das Paket freizugeben. Sie könne aber nichts versprechen... Nach kurzer Wartezeit meldet sie sich wieder: "The parcel has been released." Juhuu, unser Paket ist frei! Ich strahle Mel an, mache ein Daumen-Hoch-Zeichen und bedanke mich überschwänglich bei der hilfsbereiten Mitarbeiterin. Mission accomplished!


Hoch zufrieden geht's nun weiter. Da es pausenlos regnet, sind auch unsere Pausen mehr oder weniger gestrichen. Stattdessen lauschen wir einem Hörbuch und lassen uns in die spannende Welt eines Meisterdiebes entführen. So kommen wir nach einem langen Tag auf dem Gjelten Bru Camping an. Der überaus nette Besitzer chauffiert uns persönlich zum 2 km entfernten Supermarkt. Da kaufen wir dann frische Blaubeeren, frischen Cider und frische Pizza fürs Abendessen. Denn frisch ist wichtig auf so einer langen Tour... ;).


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