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  • AutorenbildTravis, Anja & Mel Schwendemann & Schönbächler

Tag 42 & 43, 27. & 28.06.23, Mel

Rückreise


Mel:

27.06.23

Heute ist fast ein langweiliger Tag. Ich habe nichts zu tun ausser den Rucksack zum Flughafen zu bringen und die Transportbox zusammen zu setzten. Daher ist der Tag nicht sonderlich erwähnenswert. Der Rucksack ist schnell eingeschlossen und die Box erweist sich als Kinderspiel. Die Box will ich zuhause gleich wieder verkaufen, hier bin ich dankbar, das dies meine Schwägerin komplet übernimmt.

Den Abend verbringe ich beim Serien schauen und dem Texten mit meinem Freund. Er erinnert mich die Langeweile zu geniessen, das könnte bald anders sein. Recht hat er.


28.06.23

Ein grosser Tag liegt vor uns, denn heute wird geflogen. Die Nacht war unruhig. Ich war doch etwas nervös, was mich schwer schlafen liess. Um 6 Uhr klingelt der Wecker, schnell ist gefrühstückt und das restliche Material zusammengepackt. Wir laufen nochmal eine Runde im Waldstück, bevor ich den 8.00 Uhr Shuttle-Bus zum Flughafen nehme. Ich habe die Flugbox bereitstehen, genau wie meine Tasche mit aufgebundenem Husky, dem Tagesrucksack und Travis. Doch der Bus hält nicht wie üblich direkt vor dem Hotel, sondern eine Querstrasse weiter. Zwei Coaches versperren den Weg für die übliche Anfahrt. Ohne das viele Material, wär das ja kein Problem, aber so...


Kurzerhand frage ich sehr bestimmt zwei andere Reisende ob sie mir wohl mit der Box helfen. Sie sagen ja und tragen die Box zum Bus. Um ehrlich zu sein, Nein konnten sie fast nicht sagen, ich war trotz bitte doch sehr bestimmt.


Das Shuttle ist nach dem letzten Hotel, pumpenvoll. Ich bin angespannt, so viele Leute sind selbst mir schon zuviel. Travis übernimmt die Anspannung und möchte die dazustossenden Passagiere alle abweheren. Ich muss ihn stark korrigieren. Am Flughafen angekommen überzeuge ich die selben Helfer die Box zu nehmen und mich ins Gebäude zu begleiten, bis ich einen Wagen organisiert habe. Zum Glück steht ein solches Gefährt gleich nach dem Eingang um die Ecke.


Nun kann es zum Check-in gehen, beziehungsweise will ich beim Schalter, bei dem ich später Travis abgebe, die Box fixfertig zusammenbauen. Also laufen wir zum Schalter für grosse Gepäckstücke oder Sperrgut. Travis gilt demnach als Sperrgut. Irgendwie ein lustiger Gedanke.


Der nächste Schritt... das Gepäck und Travis einchecken. Als ich zu den Schaltern der SAS komme, ist die Reihe schon sehr lang. Viele Leute, viele Kinder, viel Unruhe. Absolut keine gute Kombination mit Travis. Kurzerhand spreche ich einen beschäftigt wirkenden Herrn an.

"Mein Hund mag keine grossen Menschenmassen, das Anstehen in dieser Reihe wäre schlicht gefährlich. Ich möchte keine Gefahr für die Leute sein, gibt es eine andere Möglichkeit?"

Tatsächlich lässt der Herr mich dann in die Reihe für Alleinreisende und Rollstuhlfahrer. So kommen wir in kürzerer Zeit zum Schalter. Aber vor allem ist es hier nicht so gedrängt. Nach 20 Minuten anstehen, kommen endlich wir an die Reihe. Zumindest sollte ich das, den gerade als ich meine Tasche aufs Band und die Ausweise aufs Desk lege, steht die Dame hinter dem Tresen auf und geht. Ich schaue sie mit grossen Augen an und spontan entfährt mir ein: "Really?" Sie lächelt mich nur an und sagt, es werde jemand anders kommen... bald.

Also warte ich. Nach weiteren 10 Minuten ist immer noch niemand aufgetaucht. Die Dame vom regulären Schalter nebenan bekommt offenbar verbarmen mit mir und winkt mich zu ihr rüber. Ich bin erleichtert, endlich geht es weiter. So dachte ich jedenfalls. Den schon nach kurzer Zeit schaut die Frau mich an und sagt: "Da ist kein Hund auf den Flug gebucht." Mir rutscht das Herz in die Hose. Was? Nein das kann nicht sein, das Reisebüro hat es gebucht, eine Bestätigung erhalten und ich habe es bereits bezahlt. Da nützt alles argumentieren nichts, ich müsse zum Service Point und dort den Hund auf den Flug buchen. Also schnell zum Service Point. Nun bin ich bereits nervös. Ich schwitze vor lauter Anspannung wie wahnsinnig.


Beim Service Point muss ich glücklicherweise nicht warten, sondern kann beinahe direkt zu einer der Damen. Ich schildere mein Problem und zeige auch die Bestätigung des Reisebüros. Doch diese scheint sie nicht zu interessieren. Sie schaut ins System und sieht, welch Wunder, das selbe wie die Frau zuvor. Ja, da ist kein Hund gebucht. Erneut argumentiere ich, mache ihr verständlich, das wir heute fliegen müssen. Dann macht sie sich an die Arbeit und bucht Travis erneut manuell ins System. Es sei okay. Uff, ich will schon aufatmen als sie sagt, sie wolle es noch doppelchecken, damit die Dame beim Check-In das dann auch auf ihrem Desk sehe. Also verschwindet sie schnell ins Back-Office.


Als sie wieder erscheint sagt sie, dass es nicht gehe, die Box sei zu gross. Meine Nerven!!!! Ich sage erneut, das es bereits bestätigt ist... also nimmt sie die Daten der Box erneut auf. Zu meiner Beunruhigung schreibt sie darunter andere Daten, die wesentlich kleiner sind als die Masse meiner Box. Ist das die maximale Grösse für den Flugzeugtyp? Nun pockt mein Herz wie wahnsinnig. Mein Atem geht schneller. Ich könnte weinen, versuche mich jedoch zu beruhigen. Ich wiederhole mein Mantra, bleib ruhig, warte... bleib ruhig, warte...


Nach erneuter Diskussionen im Back-Office kommt die Frau zurück. "Travis muss nur von Oslo mach Zürich? Sie brauchen keinen Flug dann wieder zurück?" "Nein nur von Oslo nach Zürich." "Aha, okay." Und weg ist sie wieder. Mittlerweile arbeiten wohl drei Personen an dem Fall, zumindest kann ich das aus meiner Position am Schalter deuten. Nach gefühlt 30 Minuten Ungewissheit und ehwigem Mantra wiederholen kommt die Erlösung. Es geht.

Ich stehe erneut beim Check-in an und es klappt tatsächlich. Schnell sause ich mit Travis nach draussen, damit er sich nochmal lösen kann. Der Lauf im Park liegt jetzt nicht mehr drin. Um 10 Uhr steigt Travis in seine Flugbox ein. Die grösste Hürde ist genommen.


Mein Security-Check geht dann ganz schnell. Die anschliessende kurze Wartezeit bis zum Boarding brauche ich, um meine Nerven zu

beruhigen. Der anschliessende Flug verläuft ebenso problemlos.


In Zürich angekommen, nehme ich mein Gepäck auf dem Band 15 entgegen. Ich bin froh, den hier steht doch tatsächlich angeschrieben, das lebende Tiere gleich neben dem Band 11 abgeholt werden müssen. Das stimmt mich zuversichtlich, dass sich die lange Wartezeit für Travis heute, im Gegensatz zur Anreise nach Oslo, nicht wiederholen wird.


Nach 40 Minuten Wartezeit, mag ich nicht mehr warten. Die Leute von meinem Flug sind mittlerweile alle weg, keine Gepäckstücke sind mehr auf dem Beförderungsband zu erblicken. Also Frage ich einen Herren: wie lange es wohl gehe, bis so ein Tier aus dem Flugzeug komme. Dieser erwiedert, das der Hund sicher längst unten angekommen sei. Unten? Dort ist doch nicht das Band 11? Er schickt mich zum Band 22.


Wohlbemerkt, das ist nicht mehr Ankunft 1, sondern Ankunft 2...


Nach kurzer suche, finde ich Travis in seiner Box tatsächlich hinter dem Band 22. Da sich Tiere für die Zollabfertigung in der Box befinden sollten, gehe ich mit meinem Wagen gleich neben die Box. Das wird nicht passen. Naja, wenigstens kann ich es probieren. Doch für das muss Travis aus der Box, damit ich diese überhaupt auf den Wagen bringe. Wenn sie dann da ist, kann er ja wieder einsteigen. Kurzerhand spreche ich einen Polizisten an, ob er wohl ein Messer oder sonstiges hätte um die Kabelbinder am Tor zu Travis Box zu öffnen. Er verneint, da der Hund in der Box sein müsse für die Kontrolle. Daher frage ich ihn, ob er mir helfen könne die Box auf den Wagen zu hiefen. Er ist Hilfsbereit und packt an. Schnell steht fest, dass die Box nicht auf den Wagen passt. Auf die Frage, was ich jetzt machen soll, sagt er legentlich, ich müsse wohl eine andere Lösung finden.

Ok, nicht verzagen Leute fragen. Vis-à-vis ist die Lost & Found-Abteilung. Hier stehen grössere Wagen die normalerweise mit nicht abgeholten Koffern beladen werden.

Also schildere ich mein Anliegen dem Personal dort und bitte um Hilfe. Man könnte einen Transporter organisieren wird mir angeboten. Dieser wäre jedoch kostenpflichtig. Es ist zwar nicht mein Problem, das der Flughafen seine bescheuerten Regeln nicht durchdacht hat, aber ja, frei nach dem Motto "Shit happens" ist es halt so. Die Abklärung ob ein solcher Transporter verfügbar sei, fält negativ aus. Und jetzt? Dann sagt doch tatsächlich der Herr, na dann müssen wir wohl eine Ausnahme machen.

Das klärt er natürlich nicht mit dem Polizisten vom Zoll ab...


Nachdem ich Travis mit Hilfe der geliehenen Schere aus der Transportbox befreit und die Box auseinandergebaut habe, machen wir uns zum Zoll auf. Und natürlich, werde ich da mit ernstem Gesichtsausdruck darauf aufmerksam gemacht, dass der Hund in die Box gehöre. Meine Antwort ist dann wohl etwas flapsig. Ich sage dem Typen, dass ich gerne dieser Regel entspreche, wenn er es schaffe die zusammengebaute Box auf diesem Wagen zu platzieren, was sein Kollege vorher auch nicht geschafft hat. Der Polizist sagt nichts dazu verdreht nur die Augen und scannt Travis. Er nickt.

Gott sei Dank, da ich habe anscheinend meinen Travis nach Hause gebracht und nicht irgend ein Wechselbalg das sich eingeschlichen hat.... Meine Nerven!!!!


Mein Vater holt mich vom Flughafen ab und den Rest der Tages erholen wir uns im Garten und bei einem schönen Abendspaziergang mit Silvia unserer Nachbarin und ihrer Xaira.


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3 Comments

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Mia Holzfass
Mia Holzfass
Jun 30, 2023
Rated 5 out of 5 stars.

Was für eine Tortur!

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Fee
Fee
Jun 29, 2023
Rated 5 out of 5 stars.

Es gibt da so ein Gesetz … Murphys Gesetz … na immerhin seit ihr zwei gut hier angekommen.

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Nadja Frick
Nadja Frick
Jun 29, 2023
Rated 5 out of 5 stars.

Oh mein Gott, du Ärmste! Das klingt ja nach dem reinsten Horrortrip! Stark gemeistert!

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