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  • AutorenbildTravis, Anja & Mel Schwendemann & Schönbächler

Tag 40, 25.06.22, Mel

Erste Hürden


Mel:

Trotz dem grossen Tag der heute vor uns liegt, habe ich gut und vor allem auch die gesamte Nacht durchgeschlafen. Hoffentlich hilft das, um den Tag zu meistern.


Nach dem auspowern am Wasser (siehe Anjas Beitrag) stehen wir an der Bushaltestelle. Meine Anspannung wächst enorm an. Ein Bus kommt an, dieser würde direkt an den Flughafen fahren. Kurz kommt mir der Gedanke ich könnte mit diesem mitfahren. Der Busfahrer steigt aus und ich stelle ihm einfach die Frage, ob ich mitfahren könne. Er reagiert brüsk und sagt nein. Der Hund sei nicht zugelassen. In einer kurzen Diskussion macht er klar, dass wir mit ihm nirgends hinkommen.

Nachdem der Bus weg ist, bin ich noch mehr angespannt. Es war wohl der falsche Bus, aber wird der "richtige" Busfahrer auch so starr reagieren?

Im Kopf lege ich mir Argumente bereit, warum wir mitgenommen werden sollen, bez. wie wir uns verhalten: Wir haben keine andere Option. Travis wird sich nicht auf die Sitze begeben und ganz ruhig wärend der Fahrt bleiben. Wir werden ganz zuhinterst im Bus platznehmen. Ich habe Travis, obwohl nicht gefragt, den Maulkorb angezogen, damit sich andere Mitfahrer sicherer fühlen. Ich habe für den Bus ein Extraticket für ein Kind gekauft, sowie ein Extra Gepäckstück gebucht.


Dann ist es soweit, unser Bus kommt an. Wieder spielt sich das gleiche ab. Der Bus hält an, die Seitentüren für das Gepäck öffnen sich. Der Busfahrer steigt aus. Sein mürrischer Blick lässt nichts gutes erahnen. Aber, ich habe mir gesagt, sei positiv, geh es mit einer Selbstverständlichkeit an. Also strahle ich den Busfahrer an und begrüsse diesen freudig.

Und dann, Boom, ist alle Positivität wie weggeblasen, den er sagt: "Der Hund ist nicht zugelassen."

Also beginne ich mit meinem flehen. Er sagt, es gehe um eventuellen Allergien von Mitreisenden. Spontan füge ich an, er sei frisch gewaschen. Ganz gelogen ist das ja nicht nach dem Bad im See. Das so ein Bad für Allergiker nicht wirklich was bringt, ignoriere ich.

Der Busfahrer ringt stark mit sich, er merkt an, das diese Bestimmung ja nicht von ihm, sondern von der Firma komme. Er würde ein grosses Problem erhalten, würde nur eine Person aus dem Bus was melden. Wieder argumentiere ich. Das Argument, das wir ganz zuhinterst ruhig sitzen werden ist dann das letzte, was wir brauchen. Er knickt ein und sagt JA! Welche Erleichterung. Schnell einsteigen. Mein Ticket will der Fahrer gar nicht mehr sehen.


Wir haben so ein Glück, den nicht nur das der Chauffeur uns zulässt, sondern es gibt auch genau noch eine Reihe, ganz hinten im Bus, die noch nicht besetzt ist. Nachdem wir uns platziert haben, atme ich ermal tief durch und beruhige mein pochendes Herz.


Mir kommt wieder der Spruch: "the trail provides" in den Sinn. Unter der Trail-Gemeinschaft, ist dieser weit verbreitet. Es bedeutet soviel, das der Weg, der Trail, es schon richten und eine Lösung sich ergeben wird. Es scheint ein wenig esoterisch angehaucht zu sein, mir hilft es jedoch tatsächlich, freier und positiver auf dem Trail zu sein. Es wird sich ein Weg ergeben...

Schon die Lösung für Anjas Übernachtungsproblem am heutigen Morgen zähle ich dazu.


Trotzdem bleibt die Anspannung, bis wir beim Sandvika Busterminal aussteigen. Das Gepäck ist schnell ausgeladen und auf mich geladen. Jetzt flott zum Zug.


Im Zug, ergattern wir mit Mühe noch einen Platz. Der Zug ist fast voll belegt. Kein Wunder, er fährt ja auch zum Flughafen.

Hier ist Travis erlaubt, also entfällt die Anspannung aufgrund dessen. Aber, es sind sehr viele Leute und es ist eng, das mag Travis nicht. Er verhält sich jedoch sehr ruhig, ist jedoch wachsam. Und dann kommts. Ein Schäferhund läuft vorbei. Eine Rasse mit der sich Travis nicht versteht. Kurz vor dem kreuzen sehe ich diesen Hund und greife zum Halsband und Geschirr von Travis. Trotz Korrektur knurrt Travis und bewegt sich ein kleines Stück nach vorne. Dies alleine reicht, das sich besagter Schäfer mit geöffnetem Fang wendet und angreift. Aus Reflex schnellt meine freie Hand mit geschlossener Faust nach vorne. Zeitgleich halte ich Travis mit der anderen Hand zurück, den dieser dreht jetzt auch auf und will angreifen. Die andere Hundebesitzerin kann ihren Hund mit viel Anstrengung von uns wegziehen. Sie hatte wohl nicht damit gerechnet und scheint sehr erschrocken zu sein. Inwiefern meine Hand geholfen hat weiss ich nicht. Ich habe die Zähne des anderen Hundes gespürt, es ist aber kein Kratzer zu sehen. Ich habe nur Speichel abbekommen. Zum Glück, ein Hundebiss würde jetzt noch fehlen...


Am Flughafen angekommen habe ich Glück und sehe auf anhieb wo das Shuttle zum Hotel ist. Der Busfahrer will zwar gerade abfahren, hält jedoch für uns nochmal an und lässt mich sogar im Bus ein Ticket lösen.


Erlöst und müde von der emotionalen Achterfahrt beziehen wir das Hotelzimmer. Nun wird erst einmal etwas geschlafen.


Nach einem Nickerchen packe ich meinen ganzen Rucksack aus und mache eine kleine Handwäsche. Bei einem Spatziergang im nahegelegenen Waldstück lassen wir den Tag Revue passieren.


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익명 회원
2023년 6월 26일
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Uiii, mer fieberet richtig mit bim läsä… schomal überleit Krimiautorin zwärdä?!

Gueti Heireis eu 2

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