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  • AutorenbildTravis, Anja & Mel Schwendemann & Schönbächler

Tag 23, 08.06.23

Schön, aber hart


Mel:

Gezwungenermasen startet der Tag etwas später, denn um 08.00 Uhr gibt es erst Frühstück. Neu wollten wir jeweils um die Zeit unterwegs sein. Aber was will man, wenn das Hostel erst dann das Frühstück anbietet und man dieses auch nützen will. Also starten wir um 8.45 Uhr.


Nach einem kurzen Einkauf geht es für uns direkt auf einen Nebenweg. Diesen haben wir erst am Vorabend auf der Karte entdeckt. Er erspart uns ganze 8.5 Kilometer Asphalt.


Wir freuen uns, dass der Weg sehr gut erkennbar und sogar beschildert ist. Was für eine Freude. Wir geniessen den weichen Boden und freuen uns über die Umgebung. Der Weg ist im Winter eine Langlaufloipe. Nach wenigen Kilometern zweigen wir von dieser Strasse auf einen Wanderweg ab. Dazu furten wir erst einmal die überschwemmte Brücke.


Und dann wird es etwas matschig, denn wie gesagt, der Weg ist im Winter eine Loipe. Und der Schnee ist noch nicht lange weg. Daher gibt es immer wieder schmatzende Geräusche wenn wir die Füsse wieder anheben. Das ist jedoch nur kurz der Fall, denn dann zweigen wir auf den richtigen Wanderweg ab. Es ist ein Traum. Genau so stellen wir uns Wandern in Norwegen vor. Wir gehen auf einem schmalen Pfad, der mal hoch, mal runter führt. In der Nähe befindet sich ein Bach und er führt durch eine wunderschöne Landschaft. Auch hier ist es manchmal etwas nass von unten, aber das ist nicht so schlimm und gehört dazu. Die ausgelegten Birkenstämme helfen auf jeden Fall. Da wir wissen, dass wir nach diesem Stück wieder für viele Kilometer Asphalt gehen werden, legen wir noch auf dem Wanderweg eine kurze Pause ein.


Wir kommen wieder auf eine Asphalt-Strasse. Diese führt uns durch ein grosses Skigebiet. Jetzt in der Nebensaison ist hier nichts los. Alle Häuser scheinen unbewohnt. Schon fast erwartet man wie in den Wildwestfilmen einen grossen Grassbüschelballen über die Strasse rollen zu sehen. Es ist mittlerweile bereits 14.00 Uhr, als wir unbedingt eine richtige Mittagsrast brauchen. Der Boden macht sich mal wieder bemerkbar und unsere Füsse überhitzen fast in den Schuhen. Obwohl es aufgrund der Höhe recht angenehm zum Laufen ist. Die Sonne ist zwar da, jedoch erfrischt der Wind kräftig.

Vor dem Aufbruch darf natürlich die Pfotenpflege nicht fehlen und die Booties müssen angezogen werden.


Die folgende Strecke wird sehr herausfordend. Zum einen ist da der Boden, der Füsse und Beine beansprucht, zum anderen ist die Sonne nun doch sehr präsent und heizt uns richtig ein. Anja sagt, sie glaube bald zu explodieren. Ihr ist so heiss, dass es fast unerträglich ist. Ich merke, dass ich was machen muss... daher greife ich auf meine Erfahrungen zurück und stelle eine Notfallkühlung zusammen. Beim nächsten Bach verlange ich nach Anjas Hut und ihrer Trinkflasche. Unsere Hüte bade ich im kühlen Nass. Die Wasserflaschen fülle ich neu, so dass der Inhalt nun auch wieder kühl ist. Zudem nehme ich mein Tuch, das ich sonst für meinen Schweiss dabei habe und mache es ebenfalls nass. Den Hut setzen wir uns wieder auf und das Tuch erhält Anja in den Nacken. Durch die nassen Sachen und den leichten Wind der manchmal aufkommt kommt es zu einem Windchill. Das kühlt sehr effektiv. Nur die Füsse schmerzen immer mehr.


Wir kommen nun an eine Strecke, die bereits auf der Karte interessant ausgesehn hatte. Wir glauben uns irgendwo in der USA oder Kanada. Die Strasse ist einfach ewig geradeaus.


Die letzten Kilometer sind hart. Wenn ich die Strasse anschaue, dann habe ich das Gefühl ein Flimmern zu sehen. Die Hitze zeigt sich auch visuell. Zugleich sind wir sehr beeindruckt von dem Ausblick der uns geboten wird. Es ist unsäglich schön. Mental ist dieser Abschnitt eine grosse Herausforderung.


Wie haben es geschafft, bei brütender Hitze sind wir ganze 26 Kilometer gelaufen. Zur Belohnung sind wir heute im Hotel. Ich organisiere zur Feier der Tages Weisswein und Chips. Diese gönnen wir uns nach einer ebenso verdienten Dusche.


Ach ja, wir schulden euch noch die Erklärung, weshalb wir nicht genau wissen, wie viele Kilometer wir gelaufen sind. Das ist der Hintergrund: jeden Morgen beim Aufbruch schalten wir das Garmin inReach auf Tracking Modus. So zeichnet das kleine Gerät im 10-Minuten-Rhythmus unsere Strecke auf. Wenn wir es abends wieder abstellen, zeigt es uns die Gesamtzeit und die zurückgelegten Kilometer an. Diese werden ebenfalls an Map Share übertragen, wo ihr alle jederzeit nachschauen könnt, wo wir gerade sind und wieviel (oder wenig 😉) wir bereits gelaufen sind. Irgendwann ist Anja aufgefallen, dass diese Werte nicht übereinstimmen. Auf MapShare werden konstant kürzere Strecken angezeigt als auf dem inReach selbst. Deswegen haben wir uns vorgestern mal die Mühe gemacht, den Gesamtunterschied zu berechnen. Und siehe da! Die Abweichung beträgt mittlerweile bereits 16 km. Falls jemand eine Idee hat, wie dieses mathematische Rätsel zu Stande kommt: wir freuen uns auf eure Inputs.





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2 Comments

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Stefan Basten
Stefan Basten
Jun 09, 2023

Ich denke, dass es daran liegt, dass Mapshare nur die einzelnen Trackingpunkte miteinander verbindet. Jede einzelne Kurve, die ihr lauft, wird so nicht mit einberechnet. Es ist also nur eine Summe von Luftlinien-Kilometern. Wobei das auf dem Stück mit der langen Straße keine wesentliche Rolle gespielt haben dürfte. 😂


Viele Grüße und weiterhin god tur!

Stefan

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Travis, Anja & Mel Schwendemann & Schönbächler
Travis, Anja & Mel Schwendemann & Schönbächler
Jun 11, 2023
Replying to

Vielen Dank für die Erklärung, Stefan. So ergibt das natürlich perfekt Sinn (inklusive Null-Abweichung auf der tödlichen Geraden 😉).

Wir wünschen euch ebenfalls weiterhin god tur und würden uns freuen, wenn wir uns irgendwann irgendwo begegnen. Wobei ihr uns zur Zeit ein gutes Stück voraus seid 🍀

Liebe Grüsse aus Rjukan

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