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  • AutorenbildTravis, Anja & Mel Schwendemann & Schönbächler

Tag 116, 09.09.23

Herbsteinzug

Mel:

Die Nacht im Zelt war erstaunlich warm. Geregnet hat es dann am späten Abend und in der Nacht doch noch ein wenig, aber es war nicht schlimm. Das Zelt ist am Morgen trotzdem nass.

Während wir unserer Tagesstart-Routine nachgehen, ist der Himmel noch stark bewölkt. Trotzdem fällt mir auf, dass es heute tatsächlich gar nicht so kalt ist. Die letzten Tage hatte ich morgens gerne die Fleecejacke und die Zwischenschicht an. Heute stehe ich in der Fleecejacke da und es ist angenehm.


Wir entscheiden uns, aufgrund der allgemeinen Feuchtigkeit nicht auf den Rallarvegen zurückzukehren und die knapp 6 Kilometer auf der Strasse zurück zu legen. So ersparen wir uns aufgrund der Sträucher am Wegrand die nassen Beine. Zudem ist es so auch kürzer und beinhaltet weniger auf und ab.

Nach dieser Asphaltstrecke geht es wieder ins Fjell. Wir sind ganz überrascht, die Sonne scheint doch tatsächlich und es ist richtig warm. Daher können wir heute sogar im Shirt gehen. Je weiter wir uns von der Strasse entfernen, umso schöner wird die Umgebung. Wie wir bereits die letzten Tage beobachten konnten, zieht der Herbst nun ein. Was für eine Farbenpracht.

Die Mittagspause verbringen wir bei schönstem Sonnenschein auf einem grossen Felsen. Wir nützen die Möglichkeit und stellen behilfsmässig das Zelt auf. Bei dem bisschen Wind und der starken Sonne wird es schnell trocknen. Und ich bin froh, den der Rucksack ist immer noch sehr schwer und mit dem nassen Zelt wird er nicht gerade leichter...

Als wir fertig gegessen haben, kriegen wir Besuch von zwei Schwedischen Wanderer. Hillevi und Dan sind fürs Wochenende unterwegs. Wir unterhalten uns über den Trail, das Ziel, die Wetterkonditionen und über die Frage der Mentalen und Physischen Belastung und Herausforderungen. Die beiden haben einen sehr starken Glauben an Jesus. Ich bin sehr beeindruckt, welch tiefe Zufriedenheit die beiden ausstrahlen. Da sie uns kein Essen oder ähnliches geben können, bieten sie uns an, für uns zu beten. Dieses Geschenk nehmen wir gerne an.

Wer mich kennt, weiss das ich mit Gott und Jesus nicht viel anfangen kann. Aber ich habe einen Glauben an eine Macht. Normalerweise distanziere ich mich daher von der Thematik. Aber diese beiden faszinieren und berühren mich auch. Sie sind für mich Beispiele wie Glauben gelebt werden soll und hat nichts mit der Kirche an sich zu tun, wie ich sie erlebt habe.

Wieder einmal erfahren wir also eine ganz besondere Begegnung, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

(Das Foto mit Hillevi und Dave ist vor der Lappjordhytta gemacht, wo wir sie nochmal gerroffen haben)


Der Weg bis zur Lappjordhytta führt wieder durch schönste Birkenwälder. Leider kann ich die herbstliche Pracht nur wenig geniessen, denn der Weg ist stellenweise so steil, dass mir der Schweiss nur so herunterläuft und ich all meine Konzentration für den Aufstieg brauche. Es ist zwar nicht mehr wirklich sonnig, aber es ist drückend schwül. Bei der Ankunft in der Hütte sind wir entsprechend beide "Pflotschnass".


Beim Eingang sitzt doch tatsächlich eine Norwegerin, Sandra, die ebenfalls NPL läuft! In der Hütte ist bereits Amos, ein Deutscher Wanderer, der einen Teil des Nordkalottleden geht. Der Abend ist also ganz gesellig unter Gleichgesinnten. Wir werden die beiden morgen und vielleicht auch die nächsten Tage wieder sehen, denn wir haben den selben Weg vor uns.


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